Pacer - das neue Wipeout

Vorab-Testbericht von Alexander Fischer

Gesendet  74 Ansichten aktualisiert 22 Tage

In Pacer nehmt ihr Platz im Cockpit eines futuristischen, bewaffneten Highspeed-Rennwagen und liefert euch auf den Rennstrecken halsbrecherische Kämpfe um den ersten Platz. Das damals durch Kickstarter finanzierte Spiel erschien ursprünglich 2017 unter dem Namen Formula Fusion und konnte nur durchschnittlich überzeugen. Mit ihrem Refresh versuchen R8 Games Ltd einen zweiten Versuch einen geistigen Nachfolger der aus den 90igern bekannten Wipeout-Serie zu liefern. Wie gut ihnen das gelingt erfahrt ihr in unserem Vorab-Test zur aktuellen Beta.

·       Story bzw. Karriere

Im Jahr 2075 ist die Pace World Championship die schnellste und gefährlichste Liga im Rennsport. Als Anfänger beginnt ihr eure Karriere in einem der 10 Rennställe und arbeitet euch euren Weg nach oben, um der ultimative Champion zu werden. Die Teams und deren Piloten sind rund um den Globus verteilt und haben ihre eigene Hintergrundgeschichte.

·       Umfang und allgemeine Infos

Es gibt insgesamt sieben verschieden Disziplinen zur Auswahl. Neben dem klassischen Rennen gibt es Zeitprüfung, Temporunde, Zerstören, Eliminator, Ausdauer und Flowmentum. In Zeitprüfung versucht ihr die vorgegebene Zeit zu schlagen und in Temporunde gewinnt derjenige mit der schnellsten Runde. Zerstören und Eliminator hören sich zuerst mal gleich an, sind es aber auf den zweiten Blick nicht. Im Modus Zerstören holt ihr euch den Sieg in dem ihr die Anzahl der zu vernichtenden Gegner zuerst erreicht und in Eliminator wird mit jeder Runde der letzte Platz aus dem Rennen geworfen. Bei Ausdauer nehmt ihr mit der Zeit Schaden und versucht so weit zu kommen wie möglich. Flowmentum kann als Art Battle-Royal angesehen werden. Ihr fliegt durch die Tore, wobei ihr immer schneller werdet. Verpasst ihr eines der Tore verliert ihr Gesundheit. Der letzte Überlebende gewinnt das Rennen.

Den Renntypus ausgewählt, können wir noch die Gegneranzahl einstellen und die Kollisionen und Bewaffnungen ein- bzw. abschalten. Mit der Hubraumklasse wird die maximale Endgeschwindigkeit vorgegeben. Als nächstes steht die Strecke zur Wahl an. In der Testversion sind vier der 14 Rundkurse enthalten. Dies ist aber überhaupt nicht schlimm, denn Pacer bietet etwas an, das heutzutage selten zu finden ist. Es lässt sich neben der Tageszeit auch die Fahrtrichtung einstellen. Zusätzlich könnt ihr auswählen, ob die Strecke dazu noch gespiegelt werden soll. Somit gibt es jeden Rundkurs in acht verschiedene Varianten. Dadurch ist schon mal genügend Abwechslung im Spiel vorhanden.

Jetzt dürfen wir endlich unseren Rennboliden auswählen. Zur Wahl stehen fünf verschiedene Schiffstypen mit unterschiedlichen Fahreigenschaften. Habt ihr euch für einen entschieden, könnt ihr noch eine Leistungsklasse für euer Fahrzeug aussuchen. Dadurch verändern sich nochmal die Werte der Fahreigenschaften grundlegend. Wenn ihr euch im Rennen verteidigen oder Gegner angreifen wollt, ist es ratsam das Schiff zu bewaffnen. Ähnlich wie bei den Leistungsklassen könnt ihr eine von vier Bewaffnungstypen wählen. Wollt ihr eher Schaden anrichten werdet ihr mit Schockwellen, Nano-Raketen und der Gaußkanone euren Spaß haben. Mit Minen, Blendgranaten oder einem Lasso könnt ihr euch die Gegner von Hals halten. Somit könnt ihr mit den unterschiedlichen Schiffstypen, Leistungsklassen und Bewaffnungsarten experimentieren und herausfinden welche euch am besten zusagen.

Wer mit den vorgefertigten Leistungsklassen, Bewaffnungen oder den Eigenschaften des Schiffes unzufrieden ist, kann in der Werkstatt selbst zum Schraubenschlüssel greifen. Dort könnt ihr zum Beispiel den Motor austauschen, andere Bremsen verbauen und vieles weitere anpassen. Durch neue Lackierungen und unterschiedliche Anbauteile könnt ihr dem Schiff eure persönliche Note verleihen. Die Bewaffnung lässt sich ebenfalls individuell zusammenstellen. Schade ist, dass bisher nur eine Zusammenstellung pro Fahrzeug möglich ist. Ein genaues Feintuning wie in anderen bekannten Rennserien ist nicht möglich. Dies ist aber auch nicht unbedingt nötig, da es sich hier eher um ein Arcade-Spiel und um keine Rennsimulation handelt.

Ist euch der Singleplayermodus auf Dauer zu langweilig, könnt ihr eure Fahrkünste und Reflexe im Multiplayer unter Beweis stellen. Im fertigen Spiel sollen ein Ranked-System und auch ein Turniermodus enthalten sein. Leider konnte ich bisher keine eigene Lobby füllen bzw. einer gefüllten Lobby beitreten und kann somit keine Aussage über den Onlinemodus abgeben.

·       Gameplay

Nach einer kurzen Ladepause befinden wir uns schon auf der Startbahn. Im Rennen sammeln wir lila Marker ein, um unsere Schilde hochzuhalten Wird unser Schiff zerstört spawnen wir einfach neu und das Rennen geht weiter. Die Waffensysteme aktivieren wir durch einsammeln der orangen Marker. Es lässt sich immer nur eine der beiden Waffen abfeuern. Nachdem Einsatz müssen wir den Waffen-Marker erneut einsammeln, um die Waffen wieder scharf zu machen. Mit den Airbrakern auf jeder Seite unseres Schiffs können wir scharfe Kurven meistern, falls wir doch mal zu schnell sind. Durch Betätigung beider gleichzeitig legen wir eine Vollbremsung hin. Das Flugverhalten bei Sprüngen, das Empfinden der Geschwindigkeit sowie das Lenkverhalten fühlen sich bisher ganz gut an. Mit etwas Übung und dem richtigen Song im Hintergrund ergibt sich dabei ein schöner Flow, wenn wir nach einer scharfen Kurve perfekt rauskommen und an der KI vorbeirasen. Diese schnappt uns gerne mal die Marker vor der eigenen Nase weg und greift uns daraufhin an. Das sich die NPC mit Absicht zurückfallen lassen, wenn sie in Führung sind, oder auch plötzlich hinter uns auftauchen, obwohl wir gerade eine Spitzenzeit fahren, konnte ich bisher nicht feststellen.

Was ich allerdings nach Ausprobieren der Schiffstypen, der Leistungsklassen und Strecken feststellen konnte, dass die Schwierigkeit nicht vom gegnerischen Fahrverhalten, sondern eher von der Strecke, dem dazu ausgewählten Fahrzeug und der Hubraumklasse abhängig ist. Auf den ersten beiden Stufen ist es eher unwichtig, welches Schiff und welche Leistungsklasse ihr nehmt. Die Strecken UMA V, Sonashahar und Aguila mit ihren eher langgezogenen Kurven und breiten Bahnen sind nahezu in jeder Hubraumklasse mit etwas Übung schnell zu meistern. Dafür verlangt euch der Kurs Satawald mit seinen engen Kurven ab der dritten Stufe einiges an Reaktionen ab. Mit dieser Klasse entscheidet letztlich auch die Fahrzeug- und Leistungsklassenwahl über Sieg oder Niederlage. Habt ihr eure Kombination aus beidem gefunden und seid geübt, ist meistens ein Platz auf dem Podium gesichert. Bei der KI konnte ich auf höheren Hubraumklassen keine Verhaltensänderungen erkennen. Ihr unterlaufen nicht weniger Fehler und sie fährt auch nicht unbedingt präziser. Sie ist im Allgemeinen einen Tick zu leicht und nicht der entscheidende Faktor der eure Hände am Controller verkrampfen lässt. Die Abstimmung der Hubraumklassen zueinander daher und das KI-Verhalten könnte noch etwas mehr Feinschliff vertragen. Da dies aber noch nicht die finale Version ist, sind Änderungen nicht auszuschließen.

Das Streckendesign gefällt mir bisher sehr gut. Jede der vier Strecken hat ihre eignen äußerlichen und spielerischen Besonderheiten die sie ausmachen. Dadurch fahren sich alle sehr unterschiedlich. Hierbei hilft natürlich die Möglichkeit, dass die Kurse schon auf die erwähnten acht verschiedenen Varianten befahrbar sind.

Unseren Rennwagen können wir Tastatur oder Controller steuern. Ein fliegender Wechsel zwischen den beiden ist möglich, ohne dabei in die Optionen wechseln zu müssen. Mit dem Controller hat man das beste und präziseste Fahrgefühl auf dem Track. Die Steuerung auf der Tastatur ist nicht schlecht und auch einigermaßen präzise. Jedoch macht es auf dem Controller am meisten Spaß.

·       Technik

Als Gerüst verwendet R8 Games die Unreal Engine 4 und das sieht man dem Spiel auch an. Die Texturen der Welt und unsere Fahrzeuge sehen allesamt sehr scharf und detailreich aus. Egal ob Tag oder Nacht die Beleuchtung kommt schön zur Geltung. In der Nacht sieht zum Beispiel die Strecke Sonashahar mit den Spiegelungen der Lichter der Häuser und Reklamen in den Wasserpfützen wunderschön aus. Wo Licht ist, ist auch Schatten und dieser erfüllt seinen Zweck ebenfalls gut. Leicht unscharf, dafür aber nicht detailarm, lassen sie die Umgebung realistisch wirken. Die Kantenglättung funktioniert, und ich konnte kein Kantenflimmern feststellen. Die einzelnen Optionen lassen sich von Niedrig auf Ultra in fünf Schritten verändern.

Der Sound der Fahrzeuge und der Umgebung ist gut gelungen. Karambolagen mit der Wand oder dem Gegner hören sich passabel an und auch die Waffensounds sind einigermaßen wuchtig. Der Soundtrack unterstreicht mit seiner Vielfalt die Atmosphäre auf der Strecke enorm. Insgesamt soll es im fertigen Spiel über 80 Songs geben.

Die Performance der Testversion ist schon jetzt auf einem sehr guten Stand. Die Entwickler scheinen die Engine wirklich im Griff zu haben, denn es gab weder Abstürze, noch Einbrüche der Bildrate oder kurzzeitige Freezes. Das Spiel lief auf dem Testsystem (GTX1080, R5 3600, WQHD) auf hohen Einstellungen meist über 100 FPS. Der Entwickler gab uns eine Liste mit bekannten Bugs, die ich allerdings nicht nach produzieren konnte. Bis zum Release sollen diese aber behoben sein.

·      Fazit

Das Spiel macht mir bisher viel Spaß, obwohl mir Rennspiele generell nicht wirklich zusagen bzw. mir auch einfach nicht liegen. Für mich sind die Entwickler auf einem guten Weg das Spiel in der Form zu veröffentlichen, die es damals schon haben sollte. Ich hoffe nur, dass die restlichen Strecken mit ihrem Look und Besonderheiten ebenfalls überzeugen können. In meinen Augen müssen sie noch etwas Hand an den Hubraumklassen und Fahreigenschaften der Schiffe anlegen, sowie die Schwierigkeit der KI etwas erhöhen. Die Steuerung und die Flugphysik überzeugen mich jetzt schon. Das Spiel sieht für ein Rennspiel sehr schön aus und der Soundtrack sorgt für die passende Stimmung. Mit den sieben Disziplinen und der hohen Streckenvarianz ist auch genügend Abwechslung vorhanden. Wer auf rasante und schnelle Action in Rennspielen steht, bekommt mit Pacer am 17. September einen geistigen Wipeout-Nachfolger der für zwischendurch enorm viel Spaß bereiten kann. Das Spiel erscheint für den PC auf Steam und für die Xbox One und Play Station 4.

Release Trailer


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